Die Wege der Zielgruppe

App-basierte Mobilitätsdaten für Standortanalyse, Tourismus und Marketing

Menschen bewegen sich im Alltag zwischen Zuhause, Arbeitsplatz, Einkauf, Freizeit und Reisen. Anonymisierte Mobilitätsdaten machen diese Bewegungen räumlich und zeitlich auswertbar – und liefern damit eine belastbare Grundlage für Standortentscheidungen, Besucheranalysen und zielgerichtete Marketingmaßnahmen.

Mobilitätsdaten

Was sind Mobilitätsdaten?

Mobilitätsdaten basieren auf anonymisierten Standortsignalen mobiler Endgeräte. Sie entstehen beispielsweise über Apps aus Bereichen wie Navigation, Wetter, News, Fitness, soziale Netzwerke oder Entertainment.

Für Analysen werden aggregierte Bewegungsinformationen genutzt, um reale Besucherströme, Aufenthaltsmuster und Herkunftsgebiete sichtbar zu machen. Die Auswertung erfolgt anonymisiert, aggregiert und DSGVO-konform. Einzelpersonen sind zu keinem Zeitpunkt identifizierbar.

Wie funktioniert die Analyse?

Zunächst wird der zu betrachtende Raum eindeutig abgegrenzt – zum Beispiel eine Filiale, ein Einkaufszentrum, eine Innenstadt, eine touristische Destination oder ein anderes Interessensgebiet. Dafür wird ein Geofence definiert. Zusätzlich wird ein Analysezeitraum festgelegt, idealerweise ein vollständiges Jahr, um saisonale Effekte berücksichtigen zu können.

Erfasst werden anonymisierte Devices, die den definierten Raum besucht haben. Um reine Durchfahrten oder zufällige Bewegungen auszuschließen, kann eine Mindestaufenthaltsdauer festgelegt werden. Die gemessenen Daten werden anschließend mit statistischen Methoden auf die Gesamtbevölkerung übertragen.

Durch die Verknüpfung der ermittelten Homezones mit mikrogeografischen Daten lassen sich weitere Merkmale analysieren, etwa Soziodemografie, Kaufkraft, Haushaltsstruktur, Sinus-Milieus® oder weitere Zielgruppeninformationen.

Welche Fragen lassen sich beantworten?

  • Wie sieht das reale Einzugsgebiet einer Filiale oder Destination aus?
  • Woher kommen Besucherinnen und Besucher?
  • Wie hoch ist das Besucheraufkommen an einem Standort?
  • Welche Zielgruppen werden tatsächlich erreicht?
  • Welche Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten oder Einkaufsorte werden besucht?
  • Wie lange bleiben Besucher in einem Gebiet?
  • Welche Wettbewerbsstandorte oder weiteren POIs werden zusätzlich frequentiert?
  • Wo halten sich tagsüber besonders viele Menschen auf?

Einsatzbereiche

1. Einzugsgebiets- und Herkunftsanalyse

App-basierte Mobilitätsdaten ermöglichen eine besonders präzise Betrachtung tatsächlicher Besucherherkünfte. Statt nur theoretische Einzugsgebiete zu modellieren, wird sichtbar, aus welchen Regionen Besucher real anreisen und mit welcher Intensität sie einen Standort frequentieren.

Anwendungsfelder:


  • Einzelhandel: Identifikation von Werbeverteilgebieten
  • Bewertung bestehender und potenzieller Standorte auf Basis realer Kundenherkünfte
  • Tourismus: Gezielte Definition von Kampagnengebieten

Beispiel 1: Die Herkunftsanalyse für touristische Destinationen zeigt den Besucherdichteindex auf Kreisebene

Beispiel 2: Für ein Stadtteilzentrum wurde das Einzugsgebiet (blaue Linie) über die Besucherdichte auf 100m-Grid-Ebene abgegrenzt.

2. Besucherstrukturanalyse

Nicht nur die Anzahl der Besucher ist entscheidend, sondern auch deren Struktur. Über die Homezones der Besucher können mikrogeografische Merkmale angebunden werden. Dadurch entsteht ein detailliertes Bild der tatsächlichen Besuchersegmente.

Mögliche Merkmale

  • Kaufkraft
  • Altersklassen
  • Haushaltsstruktur
  • Sinus-Milieus®
  • weitere mikrogeografische Zielgruppenmerkmale

Anwendungsfelder

  • Zielgruppenorientierte Marketingsteuerung: Abstimmung von Kampagnen, Medienauswahl und Werbebotschaften auf die tatsächlichen Besuchersegmente
  • Sortiments- und Angebotsoptimierung: passgenauere Ausrichtung von Sortimenten, Dienstleistungen oder touristischen Angeboten
  • Standortbewertung: Passt ein Standort zum gewünschten Kundenprofil?
  • Potenzialanalyse: Welche Zielgruppen werden tatsächlich erreicht?

Beispiel 1: Vergleich der Besucherstruktur verschiedener Stadtteile in Düsseldorf

Beispiel 2: Durchschnittlicher Kaufkraftindex der Besucher eines Geofences im Vergleich zur Wohnbevölkerung mit Unterscheidung nach Besuchsdauer

3. Besucheraufkommen und Frequenzanalyse

Für Einzelhandel, Stadtentwicklung und Tourismus ist die Frequenz an einem Standort ein zentraler Erfolgsfaktor. Mobilitätsdaten zeigen, wie stark ein Standort besucht wird und wie sich das Besucheraufkommen zeitlich verändert.
Analysen sind unter anderem nach Wochentagen, Monaten oder typischen Tagesverläufen möglich. Ergebnisse können als Indexwerte oder auf absolute Besucherzahlen hochgerechnet dargestellt werden.

Anwendungsfelder:

  • Filialnetzplanung: Unterstützung bei Neueröffnungen, Verlagerungen oder Schließungen von Standorten.
  • Standortbewertung: Einschätzung der Attraktivität eines bestehenden oder potenziellen Standorts.
  • Tourismus- und Freizeitplanung: Analyse von Sehenswürdigkeiten, Innenstädten oder Freizeitstandorten.

Beispiel 1: Das Besucheraufkommen als Index für 11 Einzelhandelsstandorte

Beispiel 2: 24-Stundenverlauf des Besucheraufkommens für eine typische Woche in einer Mittelstadt

4. Heatmaps

Heatmaps visualisieren die Verteilung der Besucher in einem bestimmten Raum. Sie eignen sich sehr gut für die Betrachtung kleinräumiger Gebiete, wie z.B. Innenstädte. Die Datenerhebung erfolgt dabei auf einem Gradraster von ca. 7x10m. Durch die Darstellung als eine Art Wärmebild werden die Bereiche farblich hervorgehoben, in denen viele Besucher unterwegs sind.
In einer Heatmap können sowohl alle Devices incl. Anwohner im Betrachtungsraum oder auch nur Besucher von außerhalb bzw. bestimmte Besuchergruppen (Tagesgäste) dargestellt werden. Dies kann beispielsweise auch genutzt werden, um Anfahrtswege von Besuchern eines bestimmten Ortes zu visualisieren.

Anwendungsfelder:

  • Besucheranalyse: In welchen Bereichen halten sich besonders viele Besucher auf?
  • Standort- und Umfeldbewertung: Welche Flächen sind besonders attraktiv?
  • Out-of-home: Identifikation geeigneter Flächen für Werbeplatzierungen und Promotions

Beispiel 1: Ländlicher Raum mit touristischer Nutzung

Beispiel 2: Innerstädtisches Gebiet

5. Competitor Overlap und Crossvisitation

Der Competitor Overlap beschreibt die Überschneidung von Besuchergruppen zwischen zwei oder mehreren Standorten innerhalb eines definierten Zeitraums. Er zeigt z.B. auf, welcher Anteil der Besucher eines Standortes zusätzlich einen weiteren Standort oder den eines Wettbewerbers frequentiert.

Anwendungsfelder:

  • Welcher Anteil der Besucher von Destination A hat welche POIs besucht?
  • Welche anderen Sehenswürdigkeiten haben die Besucher eines bestimmten Ortes außerdem besucht?

Beispiel: Wie viele Prozent der Besucher, die in Stadt A waren, besuchen auch benachbarte Städte oder weitere Sehenswürdigkeiten?

Ihre Vorteile

Reale Bewegungsdaten statt Annahmen
Unsere Analysen basieren auf beobachteter Mobilität und liefern damit eine praxisnahe Grundlage für Standort-, Vertriebs- und Marketingentscheidungen.

Räumlich flexibel auswertbar
Vom einzelnen Standort über Innenstädte und Gemeinden bis hin zu touristischen Regionen können unterschiedliche räumliche Ebenen analysiert werden.

Zielgruppen tiefgehend verstehen
Durch die Kombination mit mikrogeografischen Merkmalen entsteht ein differenziertes Bild der Besucherstruktur – auch ohne eigene Kundenadressen.

DSGVO-konform und anonymisiert
Die Auswertung erfolgt ausschließlich aggregiert und anonymisiert. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich.

Für wen eignen sich Mobilitätsanalysen?

Einzelhandel und Filialisten

  • Einzugsgebiete realistisch bestimmen
  • Filialstandorte bewerten
  • Werbegebiete präziser planen
  • Frequenz und Wettbewerbsumfeld analysieren

Tourismus und Destinationen

  • Herkunft von Gästen analysieren
  • Kampagnengebiete gezielt definieren
  • Besucherverhalten in Destinationen verstehen
  • Aufenthaltsdauer und POI-Nutzung bewerten

Städte, Kommunen und Stadtmarketing

  • Besucherströme in Innenstädten sichtbar machen
  • Tagesbevölkerung und Frequenzverläufe analysieren
  • Attraktive Bereiche und Entwicklungspotenziale erkennen
  • Maßnahmen für Handel, Freizeit und Stadtentwicklung ableiten

Out-of-Home und Mediaplanung

  • Frequenzstarke Bereiche identifizieren
  • Zielgruppenräumlich bewerten
  • Werbeflächen und Promotions datenbasiert planen

Datenschutz und Methodik

Unsere Mobilitätsanalysen erfolgen anonymisiert, aggregiert und DSGVO-konform. Es werden keine personenbezogenen Einzeldaten ausgewiesen. Ergebnisse werden ausschließlich in aggregierter Form bereitgestellt, sodass keine Rückverfolgbarkeit auf einzelne Personen möglich ist.
Die Kombination aus Mobilitätsdaten, Geofencing, statistischer Hochrechnung und mikrogeografischer Veredelung macht Bewegungsmuster und Besucherstrukturen belastbar auswertbar.

Häufige Fragen

Analysiert werden können einzelne Standorte, Filialen, Einkaufszentren, Innenstädte, Gemeinden, touristische Destinationen, Sehenswürdigkeiten oder individuell definierte Gebiete.

Für viele Fragestellungen empfiehlt sich ein vollständiges Jahr, um saisonale Schwankungen, Ferienzeiten und Wochentagseffekte berücksichtigen zu können. Je nach Zielsetzung sind aber auch kürzere Zeiträume möglich.

Ja. Über Home- und Workzones können unterschiedliche Gruppen wie Besucher von außerhalb, Anwohner oder Tagesgäste getrennt betrachtet werden.

Nein. Die Ergebnisse werden ausschließlich anonymisiert und aggregiert bereitgestellt. Einzelpersonen sind nicht identifizierbar.

Ja. Über die Homezones der Besucher ist eine Verknüpfung mit mikrogeografischen Merkmalen möglich, zum Beispiel Kaufkraft, Altersklassen, Haushaltsstruktur oder Sinus-Milieus®.

Möchten Sie wissen, woher Ihre Besucher kommen und welche Potenziale Ihr Standort bietet?

Wir unterstützen Sie mit anonymisierten, DSGVO-konformen Mobilitätsanalysen für Standortbewertung, Marketingplanung, Tourismus und Besucherforschung.