Stadtentwicklung: Den Fokus auf die richtigen Zielgruppen legen

Stadtentwicklung

Eine wichtige Aufgabe der Stadtentwicklungsplanung ist der Erhalt der sozial gemischten Stadt, die Förderung des Zusammenhalts der Bewohner sowie die Partizipation.

Für eine lebenswerte Stadt gilt es darüber hinaus, eine angemessene Versorgung der Bevölkerung mit sozialer Infrastruktur wie beispielsweise KiTas, Schulen, Sportplätze sowie weitere Freizeiteinrichtungen, öffentliche Grün‐, Spiel‐ und Bewegungsflächen trotz Flächenmangel und Nutzungskonkurrenz sicherzustellen.

Der Bestand an sozialen Einrichtungen stellt ein wesentliches Element der städtischen Lebensqualität dar. Zugleich dient die soziale Infrastruktur der Integration der Stadtgesellschaft.

Für ein erfolgreiches Stadtentwicklungskonzept ist es deshalb unabdingbar, die Bedürfnisse der jeweiligen Bevölkerungs- und Zielgruppen in den Mittelpunkt der lokalen Agenda zu stellen.

Definition: Was versteht man unter Stadtentwicklung?

Mit dem Begriff „Stadtentwicklung“ bezeichnet man die Steuerung der Gesamtentwicklung einer Stadt, die auch die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Entwicklung beinhaltet. Im Vergleich dazu bezieht sich die Stadtplanung konkret auf die baulich-räumliche Entwicklung einer Stadt.

Was der Begriff aber offenlässt: Welche Entwicklungen und Prozesse sind damit denn genau gemeint? Das lässt sich nur schwer zusammenfassen, denn die Entwicklung von deutschen Städten umfasst die verschiedensten Faktoren. Sie ist komplex und dynamisch. Für den Laien nur schwer vorauszusagen ist, wie sich ein Raum entwickeln wird.

Für Unternehmen z.B. aus der Handels- oder Immobilienbranche ist es außerdem ein wichtiger Punkt, wie sich der gesellschaftliche Wandel an einem bestimmten Standort auswirken wird. Dazu können Prognosedaten wie der MBM Mikro-Trend genutzt werden.

Worauf liegt der Fokus bei der nachhaltigen Stadtentwicklung?

Ein aktuell besonders häufig diskutierter Punkt ist die nachhaltige Stadtentwicklung. Dabei konzentriert man sich bei der Stadtplanung auf die Vermeidung von Umwelt- und Luftverschmutzung. Vor allem in Großstädten wie Berlin oder München sind dies wichtige Aspekte.

Bei der nachhaltigen Stadtentwicklung wird schon während der Planung auf diese Faktoren geachtet. Dafür werden beispielsweise die Bus- und Bahnverbindungen ausgebaut und attraktiver gestaltet. Ein gut ausgebautes Netz der öffentlichen Verkehrsmittel plus fahrrad- und fußgängerfreundliche Zonen sind ebenso wichtige Faktoren, wie der Wohnungsbau und soziale Aspekte.

Die vorhandenen Flächen können z.B. nachhaltig genutzt werden – indem man Handel und Wohnraum miteinander vereint: In Erdgeschossen finden Sie z.B. Ladenlokale und in den oberen Etagen Wohnungen. Der Raum wird bestmöglich genutzt und Leerstand dadurch vermieden.

Auch sollten nachhaltige Methoden zur Energiegewinnung eingeplant werden.

Und Treffpunkte wie Parks oder Cafés für alle Bevölkerungsgruppen sorgen für zufriedene Bürger in einer nachhaltigen und sozialen Stadt.

Welche Ziele verfolgt die Stadtentwicklung?

Diese können sehr unterschiedlich sein, wie z.B. Mobilität, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit. So umfasst die Stadtentwicklung auch die Planung von attraktivem Wohnraum zu passenden Preisen für die jeweilige Bevölkerung. Kulturangebote, die auch Touristen ansprechen, gehören ebenfalls dazu.

Die Ansprüche haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. Es ziehen immer mehr Menschen in die Stadt oder in deren Umland, während ländliche Regionen oft einen Bevölkerungsschwund verzeichnen.

Daraus ergeben sich neue Herausforderungen für den Wohnungsmarkt und den öffentlichen Raum. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel muss an die größer werdende Bevölkerung angepasst werden, es muss mehr Schulen und Kindertagesstätten geben, und auch der Bedarf an Kulturstätten steigt.

Das Ziel der Stadtentwicklung ist es also, die Bedürfnisse der Bewohner bestmöglich zu erfüllen. Dafür muss ein maßgeschneiderter und realistischer Plan erstellt werden, der möglichst ressourcenschonend umgesetzt werden sollte. Die Grundlage für einen solchen Plan können Microgeographische Daten liefern. Sie zeigen auf, wie die Bevölkerung strukturiert ist und wo bestimmte Zielgruppen wohnen.

Wie können diese Ziele erreicht werden?

Ein entscheidender Teil der Stadtentwicklung ist es, die richtigen Maßnahmen zu bestimmen.

Das können neue Verkehrskonzepte sein, bei denen der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird.

Dazu kann z.B. der Ausbau von Fahrradwegen sein in Verbindung mit Möglichkeiten, wo Fahrräder abgestellt werden können. Das macht es attraktiver, vom Auto auf das Rad umzusteigen und die Umwelt zu schonen.

In puncto Verkehr sollte auch an Fußgänger gedacht werden. Dafür gibt es schon jetzt in vielen Innenstädten Fußgängerzonen und Bereiche, in denen Autos komplett verboten sind. Passanten profitieren außerdem von Sitzbänken. Auch wenn das nur kleine Maßnahmen sind, tragen sie zu einer positiven Stadtentwicklung bei. Sie sorgen dafür, dass die Aufenthaltsqualität zunimmt und die Menschen gerne in der Stadt leben.

Darüber hinaus muss es auch genügend Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangebote geben. Das können beispielsweise Theater, Sportvereine oder Veranstaltungshallen sein, die dazu beitragen, dass sich eine Stadt positiv entwickelt und die Menschen zufriedenstellt. Welche Zielgruppen diese Einrichtungen besuchen, kann mit Hilfe von Mobilitätsdaten untersucht werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung einer Stadt?

Wichtig ist, die genauen Einflussfaktoren für die Stadtentwicklung zu kennen. Hier ergibt sich ein komplexes Bild aus den verschiedensten dynamischen Faktoren. Das Zielgruppenmodell der Sinus-Milieus® kann außerdem dabei helfen, den Faktor Mensch in diesem Prozess besser zu verstehen und vorherzusagen, wie sich eine Bevölkerungsstruktur entwickeln wird.

Der Klimawandel

Der Klimawandel ist ein Thema, das sich auf die gesamte Bevölkerung in Deutschland auswirkt. Um diesen zu bekämpfen, muss vor allem in Großstädten einiges getan werden. So sind es auch zunehmend Umweltschutzmaßnahmen, die umgesetzt werden sollten.

Teil davon sind die bereits angesprochenen Fahrradwege oder verkehrsberuhigte Zonen sowie die Umrüstung auf alternative Energien. Auch Ladesäulen für Elektroautos sorgen für weniger Abgase und Emissionen. Das Anlegen von neuen Grünflächen und -anlagen ist ebenfalls ein kleiner Beitrag zum Stopp des Klimawandels.

Neue Technologien

Bei der Stadtentwicklung spielen neue Technologien ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein gutes Beispiel dafür sind Elektroautos. Um für diese attraktiver zu sein, muss es in modernen Großstädten genug Ladestationen geben. Microgeographische Daten können z.B. aufzeigen, an welchen Stellen der Bedarf an Ladestationen gegeben ist.

Wirtschaftlicher Einfluss

Ob eine Region boomt oder die Wirtschaftskraft eher rückläufig ist, hat einen großen Einfluss auf die Stadtentwicklung. Es müssen entsprechende Anreize für Industrieansiedlungen geschaffen werden und potenzielle Arbeitskräfte sollten ein attraktives Umfeld vorfinden.

Gesellschaftliche Veränderungen

Der Anspruch an einen Ort wandelt sich Hand in Hand mit seiner Bevölkerung. Faktoren dabei können beispielsweise das Alter, der Bildungsgrad oder auch die Lebensentwürfe sein. Die soziale Struktur wirkt sich nämlich auf die verschiedensten Bereiche, wie Wohnen, Kultur und Arbeit, aus. Die Sinus-Milieus® in der Microgeographie zeigen, welche Milieus es vor Ort gibt, so dass deren Bedürfnisse entsprechend berücksichtigt werden können.

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